
Comenius-Projekt

Internationaler Besuch an der Schillerschule

Groß war die Freude, als kurz vor den Sommerferien in der Schillerschule Wiesloch die Nachricht eintraf, dass der eingereichte COMENIUS- Projektantrag mit dem Titel „Respect – think globally, act locally“ für den Zeitraum von 2009 – 2011 vom Pädagogischen Austauschdienst (PAD) in Bonn genehmigt wurde. Dieses Projekt wird mit insgesamt 20.000 € von der Europäischen Kommission unterstützt.
COMENIUS nennt sich der schulbezogene Teil des EU-Programms für lebenslanges Lernen, das von 2007 bis 2013 läuft und von der Europäischen Union mit einem Budget von knapp sieben Milliarden ausgestattet ist. Bis zum Ende der Laufzeit im Jahr 2013 sollen europaweit mindestens 3 Millionen Schülerinnen und Schüler an gemeinsamen Bildungsaktivitäten innerhalb von Comenius Schulpartnerschaften teilgenommen haben. Die Partnerschulen aus unterschiedlichen Ländern arbeiten dabei für die Dauer von zwei Jahren zu einem selbst gewählten Thema von gemeinsamem Interesse zusammen.
Entstanden ist die nun auf dem Weg der Umsetzung befindliche Projektidee bei dem Besuch eines Comenius-Kontaktseminars im Oktober 2008, das in Reykjavik (Island) stattfand und zu dem Stefanie Längler, Lehrerin der Schillerschule, anreiste. Neben dem persönlichen Kennenlernen der Projektteilnehmer wurde auch über konkrete Ideen und Umsetzungsmöglichkeiten gesprochen.
So stand schon nach kurzer Zeit fest, dass zusammen mit vier weiteren Schulen aus Island, Irland, Wales und der Türkei aus dem gemeinsam entwickelten Projektthema ein Antrag hervorgehen sollte. Dieser wurde schließlich bei einem vorbereitenden Besuch im Januar 2009 in Porthcawl (Wales) von Lehrerinnen der teilnehmenden Schulen, darunter für die Schillerschule Rebekka Hanke und Stefanie Längler, ausgearbeitet und bei den jeweils zuständigen Stellen der vier Länder eingereicht.
„Ziel unseres Projekts „Respect – think globally, act locally“ ist die Erweiterung der sozialen und interkulturellen Kompetenzen unserer Schülerinnen und Schüler durch die gemeinsame themenbezogene Arbeit mit unseren europäischen Nachbarn“, so Schulleiter Dietmar Leder. Mit der Bearbeitung und Umsetzung dieser Thematik solle der „Blick über den Tellerrand hinaus“ ermöglicht und durch den persönlichen Austausch auch die von Toleranz geprägte Haltung gegenüber Menschen aus anderen Ländern und Kulturen weiterentwickelt werden. An der Schillerschule Wiesloch lernen derzeit rund 440 Kinder aus 25 verschiedenen Ländern.
Stefanie Längler, Koordinatorin des Comenius-Projekts an der Schillerschule, erläutert das Zustandekommen des Projekttitels: „ <Respect> bezieht sich auf den verantwortungs- und respektvollen Umgang mit den Mitmenschen, also ein von Verantwortungsbewusstsein geprägtes soziales Miteinander. Der Titelzusatz <think globally, act locally> zielt auf die Umsetzung der Projektidee innerhalb der europäischen Partnerschulen; die im Austausch auf europäischer Ebene erarbeiteten Ideen sollen auf lokaler Ebene, also in den Schulen vor Ort umgesetzt werden.“
Für vier Tage, vom 15. – 18. Oktober, waren nun sechs Lehrerinnen und vier Schülerinnen und Schüler aus den Partnerschulen in Tramore (Irland), Kapavogur (Island), Porthcawl (Wales) und Sivas (Türkei) zu Gast an der Schillerschule. Neben der thematischen Arbeit erwartete die Gäste ein farbenfrohes Rahmenprogramm, das Ihnen ein umfassendes Bild vom Leben und Arbeiten in der Schillerschule und in Wiesloch vermittelte.
Bei einem Empfang im Rathaus am Donnerstagmorgen begrüßte Oberbürgermeister Franz Schaidhammer die Delegationen in Begleitung von Rektor Dietmar Leder und Lehrerin Stefanie Längler sehr herzlich und gab einen Überblick über die Besonderheiten Wieslochs. Im Anschluss daran besuchten die Lehrerinnen und Gastschüler den Unterricht einzelner Klassen der Schillerschule und bereicherten diesen durch eigene Beiträge und bildreiche Präsentationen ihrer Heimatschulen.
Bei einem gemeinsamen Mittagessen im Lehrerzimmer lernten sie dann das Kollegium der Schillerschule näher kennen und der rege Austausch ging direkt über in die für beide Nachmittage vorgesehenen Arbeitsgespräche, bei denen über die thematischen Inhalte ebenso wie über die konkrete Umsetzung des Projekts in den Schulen vor Ort beraten wurde. Die Gastschüler waren derweil mit Familien von Kindern der Schillerschule unterwegs auf kurzweiliger „Entdeckungstour“ in Wiesloch und Umgebung.
Am Freitagmorgen fand dann in der aufwändig mit europäischen Flaggen und Willkommensbannern in verschiedenen Sprachen geschmückten Aula mit allen Kindern eine musikalisch und tänzerisch umrahmte Feier im Zeichen Europas statt:




Die Gäste durften auf eigens in den jeweiligen Landesfarben bemalten Stühlen Platz nehmen. In seiner zweisprachig gehaltenen Ansprache ging Rektor Leder darauf ein, dass mit dem Thema des Comenius-Austauschs grundlegende Haltungen benannt werden, deren Vermittlung zentrale Aufgabe der Grundschule ist. So sei es kein Wunder, dass sich dieses Thema auch in den Leitgedanken des Schulcurriculums der Schillerschule widerspiegele, in denen der respektvolle und verantwortungsbewusste Umgang miteinander als ein besonders wichtiges Ziel der Erziehungsarbeit verankert sei. Er fügte ein Zitat des Namensgebers des Austauschprogramms, Johann Amos Comenius bei, der in seinem Werk „Große Unterrichtslehre“ schrieb: " Schulen sind Produktionsstätten der Menschlichkeit, sofern sie bewirken, dass aus Menschen wirklich Menschen werden."
Nach den Arbeitsgesprächen am Freitagnachmittag wurden den europäischen Gästen dann von Nicola Bajohr bei einer ebenso informativen wie kurzweiligen Stadtführung interessante Einblicke in die Geschichte und Kultur der Weinstadt gewährt.
„Die Erfahrungen, die während der vergangenen Tage gesammelt wurden, sind für alle eine große kulturelle Bereicherung. Vor allem für die Schülerinnen und Schüler war es ein großartiges Erlebnis“, ist Lehrerin Stefanie Längler überzeugt. Zum Abschluss des Aufenthaltes durfte selbstverständlich neben einem gemütlichen Ausklang in der Weinstadt Wiesloch auch ein Ausflug nach Heidelberg am Wochenende nicht fehlen.
Diesem ersten Arbeitstreffen in Wiesloch werden in den kommenden zwei Jahren weitere in den Partnerländern folgen, das erste bereits im Januar in Wales. Schüler und Lehrkräfte aller Kooperationsschulen werden sich in der Zwischenzeit weiterhin ausführlich mit dem Projektthema im Unterricht und in Arbeitsgemeinschaften beschäftigen und sich über die gewonnenen Erkenntnisse austauschen, sowie Ideen weiterentwickeln.
An unserer "Comenius-Wand" kann man Informationen
erhalten und die Neuigkeiten des Projekts erfahren:

Artikel aus der Rhein-Neckar-Zeitung vom 21.09.2009:
"Schillerschule ist international"
Die Wieslocher Schule nimmt an einem europaweiten Projekt teil
Wiesloch. (zlb) An der Schiller-Grundschule der Weinstadt werden zur Zeit 440 Kinder aus 25
verschiedenen Ländern unterrichtet. Der "Blick über den Tellerrand", die Entwicklung sozialer
und vor allem interkultureller Kompetenzen, gehört an so einer Schule naturgemäß zum Alltagsgeschäft.
Neue Impulse für diese immerwährende Aufgabe versprechen sich Schulleitung und Kollegium von
einem Projekt, das zu Beginn dieses Schuljahrs an der Schillerschule gestartet wurde.
Es nennt sich "Respect - think globally - act locally" (Respekt - denke weltweit - handle vor Ort)
und wird im Rahmen von "Comenius", dem schulbezogenen Teil des EU-Programms
für lebenslanges Lernen, durchgeführt.
Lehrerin Stefanie Längler, die das Projekt an der Schillerschule koordiniert, erläutert den Projekt-Titel:
"Respect" bezieht sich auf den verantwortungs- und respektvollen Umgang mit den Mitmenschen.
Der Titelzusatz "think globally - act locally" zielt auf die Umsetzung der Projektidee innerhalb
der europäischen Ebene, also in den Schulen vor Ort, umgesetzt werden.
Rektor Dietmar Leder sagt zur Vorgeschichte: "Entstanden ist die Projektidee beim Besuch eines
Comenius-Kontaktseminars im Oktober 2008, das in Reykjavik (Island) stattfand, und zu dem
Stefanie Längler, Lehrerin an unserer Schule, anreiste. Neben dem persönlichen Kennenlernen der
Projektteilnehmer - außer der Schillerschule sind Schulen aus Island, Irland, Wales
und der Türkei beteiligt - wurde auch über konkrete Ideen und Umsetzungsmöglichkeiten gesprochen."
Aus dem gemeinsam entwickelten Projektthema ging dann ein Antrag hervor, der bei einem
vorbereitenden Besuch im Januar dieses Jahres in Porthcawles (Wales) weiter ausgearbeitet wurde.
Diesmal war neben Stefanie Längler auch Kollegin Rebekka Hanke mit von der Partie. Der fertige
Antrag wurde bei den zuständigen Stellen eingereicht, und kurz vor den Sommerferien traf die
Genehmigung bei der Schillerschule ein. "Das Projekt wird mit insgesamt 20000 Euro bis 2011 dauern",
so Rektor Leder. Seine Schule darf sich ab sofort "Comenius-Partnerschule" nennen,
ein entsprechendes Schild wurde nun neben dem Haupteingang im Beisein von Schulleitung,
beteiligten Lehrerinnen und vielen Schülern enthüllt.
Nun darf man gespannt sein, welche Ideen entwickelt werden, und welche davon die Schillerschule
in den kommenden Wochen und Monaten in die Tat umgesetzt. Zunächst einmal findet vom
15. bis 16. Oktober ein erstes Arbeitstreffen in der Schillerschule statt, zu dem Delegationen
aus den Partnerländern anreisen werden. "Weitere Projekttreffen in den anderen Ländern
sind für das kommende Jahr geplant", sagt Rektor Leder, "Schüler und Lehrkräfte werden sich mit dem
selbst gewählten Projekthema im Unterricht und in Arbeitgemeinschaften beschäftigen,
aber auch bei gegenseitigen Besuchen die gewonnenen Ergebnisse austauschen und Ideen
weiterentwickeln."
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