Die Grundschulförderklasse
Wichtig für einen erfolgreichen Start in der Grundschule ist die Fähigkeit des Kindes, zu verstehen (kognitiver Bereich), die Entwicklung im Bereich der Bewegung (motorischer Bereich) und im Bereich der Wahrnehmung sowie seine sozialen Verhaltensweisen. Wenn Eltern der Meinung sind, dass ihr Kind noch sehr verspielt ist und wenig Interesse am Lernen zeigt, oder wenn es Schwierigkeiten bei der Fein- und Grobmotorik hat, wenig belastbar ist oder sich nur über kurze Zeiträume hinweg konzentrieren kann, halten sie es unter Umständen für richtig, dass es zunächst zurückgestellt und erst ein Jahr später eingeschult wird. Besondere Bedeutung kommt dabei dem beratenden Gespräch mit den Erzieherinnen im Kindergarten zu.
Bei der Schulanmeldung können die Erziehungsberechtigten ihre Bedenken vorbringen und die Zurückstellung vom Schulbesuch beantragen. Noch nicht schulfähige Kinder können dann in die Grundschulförderklasse aufgenommen werden, die ein Jahr lang besucht wird. Diese Einrichtung zur vorschulischen Förderung wird gemeinsam von den Gemeinden Dielheim mit Horrenberg und Balzfeld, Malsch, Mühlhausen mit Rettigheim und Tairnbach, Nussloch, Rauenberg mit Malschenberg und Rotenberg und Wiesloch mit allen Ortsteilen als Verbandseinrichtung getragen und finanziert.
Der Besuch der Grundschulförderklasse wird in der jeweils zuständigen Grundschule beantragt. Kinder von außerhalb werden in Wohnungsnähe von einem Bus mit Begleitperson oder von einem Taxi abgeholt und auch wieder nach Hause gebracht, ebenso Wieslocher Kinder, die nicht in Schulnähe wohnen. Alle organisatorischen und inhaltlichen Fragen werden vor den Sommerferien in einer Elternversammlung besprochen.
Die beiden Grundschulförderklassen gehören zur Schiller-Grundschule Wiesloch, befinden sich aber wegen Raummangels im Gebäude der Albert-Schweitzer-Schule (Parkstraße 9), wo der Unterricht immer am Vormittag in zwei Klassenräumen stattfindet. Derzeit werden dort 40 Kinder von drei Lehrkräften unterrichtet.

Was erwartet die Kinder in der Grundschulförderklasse? Die Klassenzimmer sind kindgemäß mit Spiel- und Sitzecke und einem Unterrichtsbereich eingerichtet. Morgens wird der jeweilige Tagesablauf mit den Kindern besprochen, der Stundenplan ist für alle verbindlich. Wesentlich für die Arbeit in den Grundschulförderklassen ist, dass gezielt an Interessen und Lernvoraussetzungen des Kindes angeknüpft und das individuelle Durchhaltevermögen sowie die Anstrengungsbereitschaft gefördert werden. Eine Aufgabe soll selbständig begonnen, bearbeitet und zu Ende geführt werden. Es gilt, Anweisungen verstehen zu lernen und sie zu umzusetzen. Ferner kommt der Sprachförderung große Bedeutung zu. So berichten die Kinder zunächst, was sie bewegt und womit sie sich im Laufe der Freiarbeitszeit beschäftigen wollen.
Nach einem Jahr besuchen die Kinder dann in der Regel die erste Klasse in der Grundschule ihrer Gemeinde. Sie haben zu diesem Zeitpunkt erweiterte Kompetenzen erworben, die ihnen den Übergang in die Schule ermöglichen. 

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